ASF Seminar (Aufbauseminar für Fahranfänger)

NACHSCHULUNG BEI FÜHRERSCHEIN AUF PROBE:

AUFBAUSEMINAR FÜR FAHRANFÄNGER (ASF)

1. Wer einen Führerschein auf Probe hat und bei einem A-Verstoß oder zwei B-Verstößen in der Probezeit erwischt wird, dessen Probezeit verlängert sich von zwei auf vier Jahre. Die Verwaltungsbehörde wird bei diesen Auffälligkeiten ein Aufbauseminar anordnen, welches in einer dafür zugelassenen Fahrschule absolviert werden muß. Wie bei den Führerscheinkosten gibt es bei den Aufbauseminaren für Fahranfänger große regionale Preisunterschiede. Die Fahrschulen sind in Ihrer Preisgestaltung frei, vergleichen kann sich also lohnen. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 250,00 € und 500,00 €.
Waren bei dem Verstoß Alkohol oder Drogen im Spiel, so wird ein besonderes Aufbauseminar angeordnet. Dieses Aufbauseminar wird von Diplom-Psychologen durchgeführt, die eine amtliche Anerkennung als Seminarleiter besitzen müssen.
Im Rahmen des Aufbauseminares werden die Auffälligkeiten der Teilnehmer besprochen und es werden Wege zur zukünftigen Vermeidung dieser Auffälligkeiten gesucht. Eine Nachschulung dauert 9 h, die normalerweise in 4 Blöcken zu je 135 min abgehalten werden. Zwischen der ersten und der zweiten Sitzung wird eine Fahrprobe mit dem Fahrlehrer aber ohne Prüfer absolviert. Diese Fahrprobe ist Thema der zweiten Sitzung.
Für die Teilnahme an einem Aufbauseminar setzt die Behörde eine Frist fest, die in der Regel 8 Wochen beträgt. Wird der Behörde innerhalb dieser Frist keine Teilnahmebescheinigung vorgelegt, dann wird die Fahrerlaubnis entzogen und eine neue Fahrerlaubnis wird erst erteilt, wenn die Teilnahme am Aufbauseminar erfolgt ist. Wenn bei Ihnen ein Aufbauseminar angeordnet wurde, sollten Sie sich möglichst sofort nach der Anordnung um einen Platz bemühen, da das Aufbauseminar ca. zwei Wochen dauert und auch nicht immer sofort in ihrer Nähe ein Aufbauseminar angeboten wird.

2. Wer als Fahranfänger Punkt 1 bereits hinter sich hat und bei einem weiteren A-Verstoß oder zwei weiteren B-Verstößen in der Probezeit erwischt wird, der erhält eine schriftliche Verwarnung mit den Hinweis, dass er innerhalb von zwei Monaten freiwillig an einer verkehrspsychologischen Beratung teilnehmen kann. Damit erhält der Fahranfänger eine weitere Chance, an sich zu arbeiten und weitere Vorfälle zukünftig zu vermeiden. Durch die Teilnahme an der verkehrspsychologischen Beratung werden ihm 2 Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister erlassen.

3. Wer als Fahranfänger bereits eine schriftliche Verwarnung nach Punkt 2 erhalten hat und nach Ablauf der gesetzten Frist von 2 Monaten aus Punkt 2 bei einem weiteren A-Verstoß oder zwei weitere B-Verstößen in der Probezeit erwischt wird, dem wird die Fahrerlaubnis entzogen. Eine neue Fahrerlaubnis darf frühestens 3 Monate nach Abgabe des alten Führerscheins erteilt werden.

Als A-Verstöße gelten:
Unfallflucht
Nötigung
Vorfahrtsverletzung mit Gefährdung eines Anderen
verbotenes Rechtsüberholen außerhalb geschlossener Ortschaften
zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 km/h überschreiten (Pkw, Motorrad)
zu schnelles Fahren bei Unübersichtlichkeit, an Kreuzungen und Einmündungen oder bei schlechten Sicht- oder Wetterverhältnissen
zu dichtes Auffahren (zu geringer Sicherheitsabstand)
unerlaubtes Wenden oder Rückwärtsfahren (z.B. "Geisterfahren" auf einer Autobahn oder Kraftfahrstraße)
Mißachtung von Rotlicht, Stop-Schild oder von Haltzeichen von Polizeibeamten
Fahren unter Alkohol- oder unter Drogeneinfluß
Fahren ohne Fahrerlaubnis
Fahren mit unversicherten oder nicht zugelassenen Fahrzeugen (z.B. ohne Betriebserlaubnis)
Überholen im Überholverbot
unerlaubtes Abbiegen
falsches Verhalten an Bahnübergängen, an öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen oder an Zebrastreifen
unterlassene Hilfeleistung
unerlaubte Fahrgastbeförderung
Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot
Fahren ohne Begleitperson beim Begleiteten Fahren ab 17 Jahre

B-Verstöße sind:
unbefugte Benutzung eines Kraftfahrzeugs
Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern oder Radfahrer beim Abbiegen
Gefährdung oder Behinderung von Personen in Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel
Kennzeichenmißbrauch
ungenügendes Absichern eines liegengebliebenen Fahrzeugs mit Gefährdung anderer
Verbotenes Parken auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen
Termin zur Hauptuntersuchung um mehr als 8 Monate überziehen
mit abgefahrenen Reifen fahren
Gefährdung oder Behinderung von Schulkindern an einem haltenden Schulbus
Behinderung von Beamten
Telefonieren mit einem Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung

Tel: 07031 - 81 67 01 --- Fax: 07031 - 81 72 82 --- Mobil: 0178 - 639 30 65

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